SPIELBERICHT

HC Einheit Halle - VfL Fredenbeck 30 : 27 (12 : 15)
 
Dima atmet tief durch
Einheit schlägt ambitionierten VfL Fredenbeck
 
von Frank Paulat
 

„Die zwei Punkte haben wir!“, stellte Einheit-Coach Dima Radkevich nach dem Abpfiff erleichtert fest, um dann erst einmal ganz tief durchzuatmen. Denn bevor der zweite Heimsieg unter Dach und Fach war, durchlebte der Weisrusse ein wahres Wechselbad der Gefühle in einem Spiel, das lange auf des Messers Schneide stand. Am Ende aber setzte sich Einheit dank des unbändigen Siegeswillen gegen den VfL Fredenbeck mit 30:27 verdient durch.

Dass das Spiel alles andere als ein Selbstläufer wird, ahnte Dima schon vor dem Anpfiff. „Fünf meiner Spieler konnten unter der Woche kaum trainieren, mal sehen, ob die Kräfte reichen.“ So musste auch Einheit´s bis dato bester Torschütze Christian Dreibrodt erst einmal auf der Bank Platz nehmen, der aufgrund eines grippalen Infekts das Spielgerät beim Aufwärmen zum ersten Mal in dieser Woche in den Händen gehalten hatte. Auf seiner Position kam deshalb Matthias Niestroj zum Einsatz, der seine Sache nicht nur dank seiner sechs Treffer sehr ordentlich machte.

 Einheit ging zunächst konzentriert zu Werke, erarbeitete sich nach leichten Startschwierigkeiten nach acht Minuten eine erste Führung (Gragert - 4:3). Kurz darauf, Gragert erhöhte in der 9. Minute per Tempogegenstoß auf 5:3, schien der HCE die Partie zu in den Griff zu bekommen. Doch anstatt den Vorsprung auszubauen und so weiter Sicherheit in die eigenen Spielzüge zu bekommen, agierte Einheit im Angriff plötzlich nervös, vergab gleich eine ganze Reihe bester Torchancen, u. a. zwei Strafwürfe.

 Die Gäste vom VfL Fredenbeck ließen sich nicht lange bitten und glichen in der 23. Minute zum 10:10 aus. Der HCE verlor nun zum Schrecken der gut 400 Fans im BiZ vollends den Spielfaden. Fredenbecks mit sieben Treffern bester Torschütze, Pascal Czaplinski, nutzte die immer größeren Löcher im Deckungsverband des HCE konsequent aus und brachte sein Team in der 27. Minute erstmals in Front (11:12). Quasi mit dem Pausenpfiff bestrafte der VfL eine weitere Nachlässigkeit des HCE und konnte mit einer relativ klaren Führung in die Kabinen gehen (12:15).

 Nach dem Wiederanpfiff brauchte Einheit einige Minuten um auf Betriebstemperatur zu gelangen, so dass der VfL bis in die 39. Minute hinein die klare Führung behaupten konnte (17:20). Dann aber schlug die große Stunde von Steffen Grundmann. Nach der Pause eingewechselt behielt „Effe“ erst vom Siebenmeterpunkt mehrmals die Nerven, um dann auch aus dem Spiel heraus aus spitzem Winkel eins ums andere Mal den Gästetorhüter zu düpieren. Keine drei Minuten später und der HCE war beim 20:20 nach 40wieder zurück im Spiel (40.).

 Nun entwickelte sich eine dramatische Schlussphase mit zwei Teams auf Augenhöhe, von denen sich keines vorzeitig geschlagen geben wollte. Einheit legte vor, Fredenbeck aber zog stets nach. Doch am Ende setzte sich der HCE dank besserer konditioneller Voraussetzungen und des größeren Siegeswillen durch. In der 53. Minute traf Niestroj zum 25:23. Fredenbeck versuchte noch einmal alles, ging am Ende sogar zur offenen Manndeckung über. Doch spätestens mit dem viel umjubelten Treffer von Grundmann zum 28:25 (58.) war die Entscheidung zugunsten des HCE gefallen.

 
Mocker, Feger; Dreibrodt, Gragert (4), Grundmann (8/4), Haase, Hollstein (2), Klatt (5), Niestroj (6), Pöritz, Steinbach (2/1), Suchanke (1), Kern (2)
21.09.2008