VORBERICHT

HC Einheit Halle - HSG Nordhorn
Mittwoch, 24. September 2008, 20:00 Uhr im BiZ
 
Europapokalsieger gastiert in Halle
Einheit
gegen Bundesligist HSG Nordhorn krasser Außenseiter
 
von Frank Paulat
 

Am Mittwochabend steht für Verantwortliche, Spieler und Fans des HC Einheit Halle wohl das Highlight des Jahres auf dem Programm, erwartet der Drittligist in der zweiten DHB-Pokalrunde doch keinen Geringeren als den amtierenden EHF-Cupsieger HSG Nordhorn.

Obgleich die Rollen klar verteilt sein dürften, Einheit Halle geht am Mittwochabend als krasser Außenseiter ins Spiel, ist die Vorfreude beim Regionalligisten laut Mannschaftskapitän Michael Kühnel so groß wie nie zuvor. „Die Mannschaft freut sich riesig auf dieses Highlight.“

Auch die Fans des HC Einheit fiebern dem Spiel des Jahres entgegen. Im Vorverkauf gingen bereits zwei Drittel des verfügbaren Kartenkontigents über den Tisch, die frei verfügbaren V.I.P-Tickets waren bereits am ersten Tag ausverkauft. Die Sporthalle am Bildungszentrum, am Mittwoch ab 20.00 Uhr Schauplatz des Pokalfights, dürfte folglich aus allen Nähten platzen und einen würdigen Rahmen für das Spiel des Underdogs HC Einheit Halle gegen den klaren Favoriten HSG Nordhorn bieten.

Obgleich auch die Saison für die HSG Nordhorn erst wenige Spieltage alt ist, liegen schon bewegte Wochen hinter dem amtierenden EHF-Cupsieger. Eine Etatlücke von mindestens 500.000 Euro für die laufende Saison, offene Gehälter und Ermittlungen der Steuerbehörden prägten die Schlagzeilen. Noch vor nur etwa zwei Wochen sah die Zukunft in Nordhorn düster aus, manch einer in Halle bangte schon um das Pokalspiel.

Von drohenden Spielerverkäufen bis hin zum angeblich drohenden Lizenzverlust war zu lesen – letztlich konnte die HSG aber Entwarnung geben. Die Wirtschaftsregion Lingen und einige weitere namhafte Wirtschaftsunternehmen, so zum Beispiel der französische Gaskonzern „Gaz de France", springen ein, wollen etwa die Hälfte der  Bruttogehälter übernehmen. Zudem engagieren sich auch die Städte Nordhorn und Lingen selbst, sie werden weitere 60.000 bzw. 80.000 Euro zum Etat beisteuern. Deshalb soll nun auch kurzfristig der Vereinsname in HSG Nordhorn-Lingen umgetauft werden. „Mit dem Konzept soll gewährleistet werden, den Profihandball auf hohem Niveau in der Region zu sichern“, erklärte der HSG-Vorsitzende Thomas Kolde in einer Pressemitteilung Anfang letzter Woche.

Das Team um Nationalspieler Holger Glandorf zeigte sich von den Querelen rund um ihren Verein erstaunlich unbeeindruckt. Das Team von HSG-Coach Ola Lindgren gewann von den bisherigen fünf Bundesligaspielen vier, nur beim VfL Gummersbach kassierte man eine knappe 30:32-Niederlage. Derzeit belegt Nordhorn in der Tabelle den 5.Platz, der in der Endabrechnung erneut für das internationale Geschäft reichen würde.

Am letzten Wochenende war die HSG als EHF-Cupsieger erstmals in der Champions Trophy gefordert, musste dort aber gleich zwei Niederlagen wegstecken. Zunächst verlor die HSG im Halbfinale gegen Gastgeber KC Veszprém klar mit 30:39 und musste auch im kleinen Finale gegen den THW Kiel mit 31:36 den Kürzeren ziehen. Letzterem Duell maßen beide Trainer aber offenbar kaum Gewicht bei, denn sie ließen zentrale Figuren lange auf der Bank. So verzichtete Ola Lindgren zunächst auf Holger Glandorf, schonte seinen Star fast durchgehend für die kommenden Aufgaben.


Holger Glandorf will auch am in Halle Mittwoch jubeln

Nun liegt der Fokus der HSG wieder auf dem nationalen Spielgeschehen und hier will sich Nordhorn gegen Einheit in der 2. Pokalrunde natürlich keinen Ausrutscher leisten. Beim HC Einheit Halle dagegen geht man nach dem Punktspielerfolg über den VfL Fredenbeck (30:27) entspannt in das Spiel und ist sich der eigenen Außenseiterrolle bewusst. „Wir wollen versuchen, Nordhorn etwas zu ärgern“, so Kühnel, um jedoch gleich anzumerken: „Wichtig ist, dass die Mannschaft an diesem Abend Spaß auf dem Handballfeld hat!“.

Gänzlich unvorbereitet geht der HCE jedoch nicht in das Duell gegen den schier übermächtigen Gegner. Nach Sauna und Krafttraining am Montagabend, steht in der Mannschaftssitzung am nächsten Tag die Einstimmung auf den Gegner auf dem Programm. „Am Dienstag werden wir uns ein Video von Nordhorn anschauen und danach sicher etwas im taktischen Bereich arbeiten“, so Kühnel weiter.

 Die Marschroute, wie gegen die HSG das Spiel so lange wie möglich offen gehalten werden soll, ist aber schon abgesteckt. „Das Nordhorn uns athletisch, technisch und spieltaktisch überlegen ist, daran besteht sicher kein Zweifel. Das bedeutet für uns, wir müssen diszipliniert und geduldig spielen“, so Kühnel.
 Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr. Dort können unter Nennung der versandten Bestellnummer vorbestellte Tickets abgeholt und Restkarten zum Preis von 8 Euro (Erwachsene) bzw. 5 Euro (ermäßigt) erworben werden!

23.09.2008