|
Der HC Einheit Halle hat seine blütenweiße Heimweste auch im
Derby gegen den Erzrivalen HG 85 Köthen verteidigt und bleibt
dank des 30:25-Erfolgs weiter im oberen Tabellendrittel. 680
Zuschauer im BiZ sahen ein Spiel, dass der Gastgeber ab Mitte
der ersten Hälfte überraschend klar dominierte und hoch verdient
für sich entschied.
Das lag jedoch weniger an formschwachen Köthener, bei denen nur
die Ex-Hallenser Sebastian Retting und Christian Lingk Torgefahr
ausstrahlten, als an der guten Abwehrarbeit und bis auf eine
kurze Phase in der zweiten Hälfte auch sehr effektiven Wurfquote
des HC Einheit.
Ein Spieler stach aber ganz klar heraus, drückte er doch dem
Spiel seinen ganz besonderen Stempel auf. Die Rede ist von
Helmut Feger dessen wohl bislang beste Leistung im Tor nicht nur
Einheit-Coach Dima Radkevich ins Schwärmen kommen ließ. „Das war
heute ein ganz, ganz starker Auftritt von Helmut“, so der
Weisrusse. Mit Szenenapplaus honorierten die Fans immer wieder
Fegers Vorstellung. Mit insgesamt 26 Paraden zog Feger den
Gästen fast im Alleingang den Nerv und leitete zudem mit wahren
„Zuckerpässen“ immer wieder Tempogegenstöße ein, die vor allem
Axel Steinbach in Tore ummünzte.
Doch nicht nur für ihn hatte Dima ein Sonderlob parat. „Auch
Tobias Suchanke und Maximilian Haase haben im Mittelblock heute
super gestanden.“ Die Freude über dieses Lob vom Coach war
Maximilian Haase ins Gesicht geschrieben, musste der Neuzugang
doch bis zuletzt um seinen Einsatz bangen.
Unter der Woche aufgrund einer Erkältung von Dima noch mit
Trainingsverbot belegt, wurde der 20-jährige Ex-Staßfurter für
das Duell gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Retting
gerade noch rechtzeitig fit. „Ich bin total am Ende, aber es hat
gereicht, denn gegen Köthen reicht es immer“, freute sich der
Sportstudent, der sich nach dem Abpfiff gleich zwei Flaschen
Bier schnappte, um die Energiereserven wieder aufzuladen.
Die Partie begann zunächst ausgeglichen, von Verunsicherung der
Köthener nach dem Straftraining vom Sonntag keine Spur. Bis zur
Mitte der ersten Halbzeit gestalte die HG das Spiel offen, weil
Sebastian Retting immer wieder die Lücken in der Abwehr des HCE
fand (7:6 -15.). Dann aber schlug die große Stunde des Helmut
Feger. Er vernagelte sein Gehäuse und Einheit zog mit fünf
blitzsauber vorgetragenen Tempogegenstößen binnen sechs Minuten
auf und davon (12:6 – 21.)
Köthen verlor nun völlig den spielerischen Faden. Einheit
versäumte es aber, hieraus noch weiter Kapital zu schlagen und
die Partie schon vorzeitig zu entscheiden. So wechselten beide
Seiten beim Stand von „nur“ 17:11 für den HCE die Seiten. Das
dann drohende Unheil hatte Dima bereits kommen sehen. „Ich habe
meine Mannschaft in der Pause gewarnt, dass sich Köthen nicht
aufgibt und wir unsere Angriffe konsequent ausspielen müssen.“
Doch seine Worte verhallten ungehört, obgleich es unmittelbar
nach dem Wiederanpfiff zunächst nach einem Spaziergang für
Einheit aussah. Köthen wirkte total verunsichert und so hatte
der HCE wenig Mühe den Vorsprung bis zur 37. Minute auf 20:12
auszubauen. Doch vielleicht ging dies alles zu einfach, denn
plötzlich zog auf Seiten der Hausherren der Schlendrian ein.
Die Gäste nahmen ihr Herz in beide Hände und verkürzten bis zur
46. Minute auf 22:20. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt
und plötzlich war es der HCE, der um die Früchte seiner Arbeit
zittern musste.
Doch in dieser Phase war wieder Helmut Feger zur Stelle, der mit
seinen Paraden vor allem gegen Ralf Stojan vom Kreis die
Sicherheit ausstrahlte, die seine Vorderleute nun dringend
benötigten. So blieb der Ex-Dessauer ohne Torerfolg während sein
Gegenüber Thomas Hollstein das Duell der Kreisläufer mit vier
Toren klar für sich entschied.
Nach dieser Schwächephase fing sich Einheit wieder und zerstörte
dank einer nun wieder ausgezeichneten Wurfeffektivität binnen
weniger Minuten die vagen Hoffnungen der Gäste auf ein Remis.
Spätestens als der den erkrankten Dreibrodt wieder einmal sehr
gut vertretende Niestroj in der 54. Minute zum 29:22 traf, war
das Spiel endgültig entschieden. Köthen gelang es zumindest
noch, die Niederlage in erträglicher Höhe zu halten, doch am
verdienten Sieg des HCE gab es nichts mehr zu deuteln.
Dennoch kam bei Michael Schmidt, Geschäftsführer der
Spielbetriebsgesellschaft des HCE, nach dem Spiel nicht so
richtig Freude auf. Er ärgerte sich mehr über die Schwächephase
seiner Teams. „Wir hätten heute viel höher gewinnen müssen. Ich
hab schon vor dem Spiel zur Mannschaft gesagt, dass uns die
Köthener Deckungs- und Spielweise liegt und das hat sich
bewahrheitet.“ Doch schon wenig später fiel auch sein Fazit
positiv aus. „Wenn man überlegt, dass wir zurzeit ohne unseren
besten Torschützen des Vorjahres auskommen müssen, sind wir
schon gut dabei. Wir haben heute vieles richtig gemacht und hoch
verdient gewonnen.“
Mit 8:4 Punkten hat Einheit weiter engen Kontakt zur
Tabellenspitze und kann in den nun folgenden Duellen gegen die
Aufsteiger aus Duderstadt und Münden in den kommenden Wochen das
positive Punktekonto weiter ausbauen.
HC Einheit:
Mocker, Feger ; Gragert, Grundmann (3), Haase (4), Hollstein
(4), Klatt (2), Kern, Niestroj (6), Pöritz (1), Steinbach (7/3),
Suchanke (3)
|