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Der HC Einheit Halle hat gegen den neuen
Tabellenführer der Regionalliga Nord, den HC Aschersleben, eine
völlig unnötige Heimniederlage kassiert. 500 Zuschauer im BiZ,
hiervon etwa 150 Gästefans, sahen ein Derby mit zwei völlig
verschiedenen Halbzeiten.
Nach den nicht eingeplanten Punktverlusten
der Vorwochen wollte das Team von Spielertrainer Dima Radkevich
endlich wieder einen Sieg einfahren, auch um seine Fans im
letzten Spiel des Jahres versöhnlich zu stimmen. Entsprechend
kämpferisch und entschlossen ging Einheit von Beginn an zu
Werke. Aschersleben fand dagegen gegen eine perfekt eingestellte
Abwehr des HCE keine Mittel und geriet schnell in Rückstand (7:4
– 10. Minute).
Einheit gelang seinerseits fast alles und
wusste einen zunächst sehr präsenten Feger im Tor im Rücken, der
unter anderem durch einen parierten Siebenmeter die Gäste fast
zur Verzweiflung trieb. Die sich hieraus ergebenen
Kontermöglichkeiten verwerte vor allem Steinbach sicher. So
baute der HCE den Vorsprung mehr und mehr aus.
Gästetrainer Dima Filippov sah sich deshalb
schon früh zum Handeln gezwungen. In der 12. Minute zog er
seinen Trainingsanzug aus, doch auch er konnte zunächst den
Spielfluss des HCE nicht entscheidend unterbrechen. Dagegen
verlor die Ascherslebener Bank kurz darauf den Überblick und
schickte ausgerechnet den bereits doppelt vorbelasteten Szam
nach einer Strafzeit zu früh aufs Parkett zurück. Der sah prompt
mit der nächsten Zeitstrafe den roten Karton (17.) und durfte
frühzeitig duschen.
Die nachfolgende Verwirrung der Gäste nutzte
Einheit geschickt aus und ging durch Steinbach in der 20. Minute
sogar mit 13:6 in Führung. Das Derby schien mit diesem Treffer
früh zugunsten der Hausherren entschieden - doch Einheit sollte
sich fortan um den Lohn der Mühen bringen. Denn ab der 25.
Minute verteilte der HCE fleißig Geschenke. Anstatt nun das
Tempo aus der Partie zu nehmen, wurden die Bälle im Angriff
vorschnell abgeschlossen und Aschersleben zum Kontern
eingeladen.
Die Gäste ließen sich nicht lange bitten und
verkürzten so bis zur Pause noch auf 17:15 aus Sicht des HCE.
Was die halleschen Fans nach dem Wideranpfiff von ihrem Team
geboten bekam, hatte dann nur noch wenig mit dem souveränen
Spiel der ersten 25 Minuten zu tun. Sowohl Feger als auch der ab
der 35. Minute eingewechselte Mocker bekamen fortan keine Hand
mehr an den Ball, kassierten gar durch Würfe aus zehn Metern
Gegentore.
Doch die nachfolgende Misere nur an ihnen
beiden fest zu machen, wäre zu kurz gegriffen. Denn allzu oft
wurden sie nun auch von ihren Vorderleuten im Stich gelassen.
Die Lücken in der HCE-Abwehr nutzte vor allem Ronny Liesche auf
Seiten der Gäste gekonnt aus. Zudem tauchte der hallesche
Rückraum um Kern und Klatt völlig ab.
Der HC Aschersleben drehte so eine fast schon
verloren geglaubte Partie in kürzester Zeit. In der 35. Minute
bejubelten die HCA-Fans die erste Führung ihres Teams (18:19),
die der HCA bis zur 48. Minute auf 24:27 ausbauen konnte.
Nun war es an Dima Radkevich seinerseits ins
Spielgeschehen einzugreifen. Mit ihm kehrte noch einmal Ordnung
in die Angriffsreihen des HCE zurück. Beim Stand von 28:29 in
der 55. Minute durfte Einheit wieder auf einen Punktgewinn
hoffen. Doch Aschersleben spielte seinen Stiefel clever herunter
und brachte den deshalb am Ende auch verdienten Sieg mit etwas
Glück über die Zeit.
Während der HCA mit seinen Fans ausgiebig die
Eroberung der Tabellenspitze feierte, verschwanden die Spieler
des HC Einheit schnell in der Kabine. Für den völlig
frustrierten Coach versuchte HCE-Präsident Frank Otto die
Niederlage in Worte zu fassen. „Das war wieder einmal eine
vermeidbare Niederlage. Wenn man mit sieben Toren führt, muss
man einfach den Sack zu machen.“
Mocker, Feger ; Gragert (2), Grundmann (1), Haase (1), Hollstein
(3), Klatt (3), Kern (1), Niestroj (3), Steinbach (12/3),
Radkevich (1), Suchanke (5) |