|
Es bleibt dabei - wieder einmal reichte es gegen den Angstgegner
Nummer 1 der Hallenser, die HSG Barnstorf-Diepholz, nicht zu
einem Sieg. Doch das zweite Remis im achten Aufeinandertreffen
beider Mannschaften wurde von den hallischen Fans wie ein Sieg
gefeiert. Denn dass die Rumpftruppe den großen Favoriten an den
Rand einer Niederlage brachte, war vor Spielbeginn wohl nur von
den kühnsten Optimisten erwartet worden.
Einheit musste nämlich
im ersten Heimspiel des Jahres mit Dreibrodt, Niestroj, Haase
und den kurzfristig Grippe erkrankten Kern den Ausfall des
kompletten Rückraums verkraften.
Dennoch wusste Thomas Hollstein nach dem Schlusspfiff nicht so
recht, ob er sich über das Unentschieden freuen oder ob er dem
durchaus möglichen Sieg nachtrauern sollte. „Hätte mir jemand
vor dem Anpfiff gesagt, dass wir einen Punkt mitnehmen, wäre ich
sicher zufrieden gewesen. Aber hier wäre heute auch noch mehr
drin gewesen.“ Denn sein Team hatte in der Schlussphase sogar
den Sieg in der Hand, konnte aber den letzten Angriff nicht im
Tor der Gäste unterbringen.
HCE-Coach Radkevich war angesichts der langen Verletztenliste
wieder einmal zum Improvisieren gezwungen. Er beorderte eine
erste Sieben auf das Parkett, die so noch nie zusammengespielt
hatte. Doch seine Wahl den genesenen Grundmann auf die Mitte zu
stellen, erwies sich als Glücksgriff. „Effe“ führte auf der für
ihn ungewohnten Spielmacherpostion klug Regie und bediente vor
allem Suchanke am Kreis immer wieder mustergültig.
Ihm standen Klatt und Radkevich auf den Halbpositionen in Nichts
nach, beide strahlten von Beginn an Torgefahr aus. So
entwickelte sich vor den Augen der 500 Zuschauer im BiZ eine
temporeiche Partie, in der der HCE zunächst immer vorlegte (5:4
– 6. Spielminute). Die HSG blieb jedoch stets dran und nutzte
die erste Überzahlsituation des Abends zwischen der 16. und 17.
Minute, um erstmals in Führung zu gehen (7:9).
Einheit ließ sich jedoch nicht beirren und konnte bis zur Pause
den Rückstand in Grenzen halten (15:16). Nach dem Pausentee
waren es die Gäste, die schneller den Rhythmus wieder fanden.
Doch wer glaubte, der HCE würde beim Stand von 17:19 nach 35.
Minuten nun abreißen lassen müssen, sah sich getäuscht. Der HCE
stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und
wusste einen starken Mocker hinter sich, der mit 15 gehaltenen
Bällen – davon zwei Siebenmetern – zu Glänzen wusste.
So geriet ausgerechnet eine Zeitstrafe gegen Spielertrainer
Radkevich in der 39. Minute zum Weckruf für Einheit. Die
Hausherren zogen das Tempo an und kamen vor allem über den
treffsicheren Stefan Gragert (8 Tore) zu schnellen Treffern. In
der 44. Minute war es dann aber Grundmann vorbehalten, mit
seinem Treffer zur 23:20-Führung nach erneuter Zeitstrafe gegen
den Coach die Halle zum Beben zu bringen.
Nun aber zeigte sich die Klasse der Gäste, die das Spiel binnen
drei Minuten drehten und ihrerseits in Front gingen (24:25 –
47.). In den letzten zehn Minuten entwickelte sich dann ein
Kampf auf Biegen und Brechen. Die Führung der HSG hielt bis in
die 51. Minute, dann, schien es, sollte sich der Kampfgeist des
HCE durchsetzen.
Mit einer artistischen Meisterleistung ihres Trainers, im Fallen
netzte der Weisrusse per Rückhandwurf ein, ging Einheit in der
58. Minute wieder in Führung (30:29). Als Steinbach eine Minute
später auch seinen sechsten Strafwurf im Tor unterbrachte und
den HCE so mit 31:30 erneut in Führung warf, glich das BiZ einem
Tollhaus.
Doch die Gäste behielten die Nerven, glichen 30 Sekunden vor dem
Ende aus und brachten das Unentschieden dann mit Cleverness über
die Zeit. Einheit konnte aber mit dem Punktgewinn
Selbstvertrauen für den am kommenden Freitag im BiZ anstehenden
Pokalfight gegen Köthen sammeln.
HC Einheit:
Mocker, Feger ; Gragert (8), Grundmann (2), Hollstein, Klatt
(5), Radkevich (3), Steinbach (8/6), Suchanke (5), Schmidt,
Schrödter |