SPIELBERICHT
 
Heim Ergebnis Gast
HC Aschersleben 36 (12) : (18) 32 HC Einheit Halle
 

Einheit erlebt ein Déjà-vu

HCE verspielt in Aschersleben leichtfertig alle Chancen auf Platz 5
 
von Frank Paulat
 

Der Traum vom Titel der besten Mannschaft Sachsen-Anhalts in der Regionalliga ist für den HC Einheit Halle ausgeträumt. Nach einer desolaten Vorstellung ab der 40. Minute im Endspiel um den fünften Tabellenplatz beim HC Aschersleben musste der HCE am Samstagabend alle Hoffnungen auf ein versöhnliches Saisonende begraben. „Das war heute leider eine Wiederholung des Hinspiels“, meinte der völlig frustrierte Einheit-Coach Dima Radkevich und spielte damit auf den im Vergleich zum Hinspiel sich wiederholenden Spielverlauf an.

Denn wie schon im Dezember letzten Jahres verlief nur die erste Hälfte nach dem Geschmack der mitgereisten Fans des HCE, die in der zweiten Hälfte ein Déjà-vu erleben sollten.

Nach einer umkämpften Anfangsphase, in der Aschersleben mithalten konnte (5:5 – 5. Minute), legte Einheit jede Zurückhaltung ab und zog das Tempo an. Der HCA hatte den nun groß aufspielenden Hallensern kaum etwas entgegenzusetzen.

Ob über Tobias Suchanke am Kreis, über Robert Klatt und Christian Kern aus dem Rückraum oder über den treffsichersten HCE-Akteur des Abends, Stefan Gragert auf der linken Außenbahn – der gesamte HCE strahlte eine Spielfreude und Torgefahr aus, wie selten in dieser Saison. Zudem lief Tom Mocker im Tor zu großer Form auf.

In der 23. Minute brachte Gragert Einheit erstmals mit vier Toren in Front (9:13) und bis zur Pause baute der HCE die Führung sogar auf sechs Treffer aus (12:18). Wenn es aus Sicht der Gäste überhaupt etwas an der ersten Halbzeit zu kritisieren gab, dann die fehlende Konsequenz im Abschluss. Einheit ging mit den schön heraus gespielten Torgelegenheiten viel zu leichtfertig um.

Hätte der Gast die Konzentration stetig hoch gehalten, wäre zur Pause gut und gern auch eine Führung mit zehn oder mehr Toren und so schon eine Vorentscheidung möglich gewesen.

Nach dem Wiederanpfiff folgte dann aber der in dieser Form kaum für möglich gehaltene große Einbruch. „Wir haben uns in der Pause noch einmal das Hinspiel vor Augen geführt und davor gewarnt, dass Asche nach dem Wiederanpfiff das Tempo erhöht“, erklärte Spielmacher Max Haase nach dem Abpfiff. Doch die warnenden Worte verhallten wie schon im Hinspiel erneut ungehört.

Bis zur 36. Minute lief noch alles nach Plan, Einheit lag zu diesem Zeitpunkt noch mit 22:15 (!) in Führung. Dann aber stellte der Gast das Handballspielen ein. Im Gefühl des sicheren Sieges vernachlässigte der HCE vor allem die Abwehrarbeit nahezu komplett, schloss überdies eigene Angriffe unmotiviert und überhastet ab.

Aschersleben ließ sich nicht lange bitten und schon in der 47. Minute war der Vorsprung restlos aufgezehrt (27:27). Der Gastgeber bekam nun die zweite Luft, während der HCE nicht mehr zum eigenen Spielrhythmus zurückfand. In der 51. Minute ging Aschersleben in Führung (30:29) und gab diese nicht mehr her. In den Schlussminuten ergab sich Einheit dann sogar in sein Schicksal und ermöglichte es dem Gastgeber so noch einen deutlichen Heimsieg einzufahren (36:32).

„Wer in der zweiten Hälfte so überheblich auftritt, braucht sich nicht wundern, dass er am Ende mit leeren Händen da steht“, meinte der Ende Juni aus dem Amt scheidende HCE-Präsident Frank Otto. Er hatte aber dennoch einen Grund zur Freude, denn niemand anderer als sein Sohn Paul lief auf Seiten des HC Aschersleben zu großer Form auf und legte mit seiner kämpferisch beeindruckenden Leistung den Grundstein für die furiose Aufholjagd des Gastgebers.

HC Einheit:

Feger, Mocker ; Gragert (10), Klatt (7/2), Hollstein (5), Haase, Suchanke (2), Dreibrodt (1), Kühnel (1), Kern (5), Steinbach (1), Niestroj

 

Zurück 17.05.2009