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Der Traum vom Titel der besten
Mannschaft Sachsen-Anhalts in der Regionalliga ist für
den HC Einheit Halle ausgeträumt. Nach einer desolaten
Vorstellung ab der 40. Minute im Endspiel um den fünften
Tabellenplatz beim HC Aschersleben musste der HCE am
Samstagabend alle Hoffnungen auf ein versöhnliches
Saisonende begraben. „Das war heute leider eine
Wiederholung des Hinspiels“, meinte der völlig
frustrierte Einheit-Coach Dima Radkevich und spielte
damit auf den im Vergleich zum Hinspiel sich
wiederholenden Spielverlauf an.
Denn wie
schon im Dezember letzten Jahres verlief nur die erste
Hälfte nach dem Geschmack der mitgereisten Fans des HCE,
die in der zweiten Hälfte ein
Déjà-vu erleben sollten.
Nach einer umkämpften Anfangsphase,
in der Aschersleben mithalten konnte (5:5 – 5. Minute),
legte Einheit jede Zurückhaltung ab und zog das Tempo
an. Der HCA hatte den nun groß aufspielenden Hallensern
kaum etwas entgegenzusetzen.
Ob über Tobias Suchanke am Kreis,
über Robert Klatt und Christian Kern aus dem Rückraum
oder über den treffsichersten HCE-Akteur des Abends,
Stefan Gragert auf der linken Außenbahn – der gesamte
HCE strahlte eine Spielfreude und Torgefahr aus, wie
selten in dieser Saison. Zudem lief Tom Mocker im Tor zu
großer Form auf.
In der 23. Minute brachte Gragert
Einheit erstmals mit vier Toren in Front (9:13) und bis
zur Pause baute der HCE die Führung sogar auf sechs
Treffer aus (12:18). Wenn es aus Sicht der Gäste
überhaupt etwas an der ersten Halbzeit zu kritisieren
gab, dann die fehlende Konsequenz im Abschluss. Einheit
ging mit den schön heraus gespielten Torgelegenheiten
viel zu leichtfertig um.
Hätte der Gast die Konzentration
stetig hoch gehalten, wäre zur Pause gut und gern auch
eine Führung mit zehn oder mehr Toren und so schon eine
Vorentscheidung möglich gewesen.
Nach dem Wiederanpfiff folgte dann
aber der in dieser Form kaum für möglich gehaltene große
Einbruch. „Wir haben uns in der Pause noch einmal das
Hinspiel vor Augen geführt und davor gewarnt, dass Asche
nach dem Wiederanpfiff das Tempo erhöht“, erklärte
Spielmacher Max Haase nach dem Abpfiff. Doch die
warnenden Worte verhallten wie schon im Hinspiel erneut
ungehört.
Bis zur 36. Minute lief noch alles
nach Plan, Einheit lag zu diesem Zeitpunkt noch mit
22:15 (!) in Führung. Dann aber stellte der Gast das
Handballspielen ein. Im Gefühl des sicheren Sieges
vernachlässigte der HCE vor allem die Abwehrarbeit
nahezu komplett, schloss überdies eigene Angriffe
unmotiviert und überhastet ab.
Aschersleben ließ sich nicht lange
bitten und schon in der 47. Minute war der Vorsprung
restlos aufgezehrt (27:27). Der Gastgeber bekam nun die
zweite Luft, während der HCE nicht mehr zum eigenen
Spielrhythmus zurückfand. In der 51. Minute ging
Aschersleben in Führung (30:29) und gab diese nicht mehr
her. In den Schlussminuten ergab sich Einheit dann sogar
in sein Schicksal und ermöglichte es dem Gastgeber so
noch einen deutlichen Heimsieg einzufahren (36:32).
„Wer in der zweiten Hälfte so
überheblich auftritt, braucht sich nicht wundern, dass
er am Ende mit leeren Händen da steht“, meinte der Ende
Juni aus dem Amt scheidende HCE-Präsident Frank Otto. Er
hatte aber dennoch einen Grund zur Freude, denn niemand
anderer als sein Sohn Paul lief auf Seiten des HC
Aschersleben zu großer Form auf und legte mit seiner
kämpferisch beeindruckenden Leistung den Grundstein für
die furiose Aufholjagd des Gastgebers.
HC Einheit:
Feger, Mocker ; Gragert (10), Klatt
(7/2), Hollstein (5), Haase, Suchanke (2), Dreibrodt
(1), Kühnel (1), Kern (5), Steinbach (1), Niestroj
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