Mit dem HC Einheit Halle 05 e.V. präsentiert
sich heute ein zukunftsorientierter und dynamischer
Handballverein, der in der Saalestadt Halle auf eine lange und
erfolgreiche Historie zurückblicken kann. In der Stadt, die in
den Analen der Handballgeschichte als Spielort des ersten
Handballländerspiels verzeichnet ist (3. September 1925, Stadion
am Zoo) und die 1974 bereits Spielort einer
Handballweltmeisterschaft war (Eissporthalle), trägt der HC
Einheit Halle 05 e.V. die Tradition einer Sportart, die wie
keine zweite für Dynamik, Action, Spannung, aber auch für
Teamgeist und Fankultur ohne Negativschlagzeilen steht, in das
21. Jahrhundert.
Nachfolgend möchten wir Ihnen einen
Überblick über die Historie unseres Vereins geben, auf die wir
nicht ohne Stolz blicken.
I.
Halle als "Wiege des Handballsports"
"Die
Wiege des Handballs steht in Halle", stellte der
Sport-Historiker Fritz Fischer vor über zehn Jahren fest. Im
Stadion am Zoo - wo heute der Fußball-Verbandsligist VfL Halle
96 spielt - fand am 13. September 1925 das erste
Handballländerspiel der Welt auf dem Großfeld statt. Vor 5.000
Zuschauern verloren die Deutschen um den Hallenser Erich Knobbe
3:6 gegen Österreich. Die lokale Presse tobte damals: "Nicht ein
Spieler, der gefallen konnte. Der größte Versager war Männel aus
Dresden. Was sucht der in der Auswahl", kritisierten die "Hallischen
Nachrichten".
Doch trotz dieses "Negativerlebnisses"
entwickelte sich der Handball in der Folge zu einer festen Größe
in Halle. Die Spiele sowohl hallescher Teams als auch der
Nationalmannschaft wurden nicht selten von 10.000 und mehr
Zuschauern besucht.
II.
DDR-Zeit
Der HC Einheit Halle 05 e.V.
entstand 2005 aus der Fusion des HC Halle e.V. mit dem
HV Einheit 95 Halle e.V.. Während der HC Halle aus dem
SC Dynamo
Halle (ab 1969 SG Dynamo Halle-Neustadt) und der
Handballabteilung des BSV Ammendorf hervorging, liegen die
Wurzeln des HV Einheit beim BSV Einheit Halle-Neustadt.
In den sechziger Jahren vollzog der Handball eine rasante
Entwicklung vom Freiluft- zum Hallensport. "Der Handball von
damals ist mit heute nicht mehr zu vergleichen. Selbst wir
hatten den Eindruck von zwei verschiedenen Sportarten, wenn wir
vom Großfeld in die Halle gewechselt sind", sagt Rudi Hirsch,
der aus Halle stammende Freiluft-Weltmeister von 1959 und 1963.
Der
SC Dynamo Halle war in der "Nachfreiluftzeit" der
erfolgreichste Handballverein Halles. Er ist Nachfolger des SV
DVP Halle, der vor allem in den fünfziger Jahren für
erfolgreichen Rasenhandball stand. So wurde der Verein
beispielsweise 1951 DDR-Meister, 1952 DDR-Vizemeister. Nach
der Entwicklung des Handballs als Hallensportart trat der SC
Dynamo Halle in der DHV-Oberliga an.
Er formierte sich
1969 um und nimmt unter dem Namen SG Dynamo Halle-Neustadt Platz
11 der ewigen Tabelle der ab 1964 eingleisig geführten
DDR-Oberliga ein. Zweimal gelang Dynamo der Sprung auf Platz 6,
ehe sich das Team in der Saison 1989/1990 vom Spielbetrieb
zurückzog. Die Vereinsmitglieder zerstreuten sich, viele Akteure
fanden beim BSV Ammendorf eine neue Heimat. Der wohl
erfolgreichste Dynamo-Handballer war Axel Kählert, der zum
Nationalspieler reifte und mit der DDR-Nationalmannschaft 1974
das WM-Finale im eigenen Land erreichte. Dort unterlag das Team
dem Topfavoriten Rumänien mit 12:14. "Wir zählten zum
erweiterten Favoritenkreis", erinnert sich Kählert. "Doch das
Finale hatten uns die Wenigsten zugetraut."
Die
BSG
Halle-Neustadt wurde 1971 in Konkurrenz zu Dynamo gegründet. Der
größte Erfolg des Vereins war 1980 der Aufstieg in die DHV
Oberliga. Doch bereits nach einer Saison und lediglich einem
Sieg musste die Mannschaft den sofortigen Rückzug in die 2. Liga
antreten.
Der wohl bekannteste "Sohn" der Einheit ist
Steffen Stiebler, der
1971 in Merseburg bei Halle geboren wurde
und bei Einheit das Handball-ABC erlernte. 1989 wechselte er vom
BSV Einheit Halle-Neustadt zum SC Magdeburg und avancierte dort
zum Mannschaftskapitän. Neben dem Gewinn der Deutschen
Meisterschaft durfte sich Stiebler u. a. auch über den Gewinn
der Champions League freuen. Er bestritt 18 Länderspiele.
III. 1991 - 2000
In den Nachwendewirren bedurfte es einer etwas längeren
Atempause, ehe der hallesche Männerhandball wieder für positive
Schlagzeilen sorgen konnte. Während bereits 1991 aus dem BSV
Einheit Halle-Neustadt der 1. SSC Einheit Halle-Neustadt e.V.
wurde, dauerte es etwas länger, ehe sich aus dem BSV Ammendorf
der HC Halle e.V. herausbildete.
Der HC Halle e.V. wurde
am 07. November 1996 gegründet und etablierte sich schnell in
der Oberliga Sachsen-Anhalts. Im Jahr 2000 wurde das Team
Oberligameister und damit Aufsteiger in die dritte Liga, doch
bereits nach nur einer Regionalligasaison, musste der HCH den
bitteren Weg zurück in die Oberliga antreten. Denn 21 Pluspunkte
waren am Ende genau ein Punkt zu wenig, um die Klasse zu halten.
Die mittlerweile zum BSV Einheit Halle-Neustadt umfirmierte
Einheit wurde bereits 1998 Oberligameister und stieg in die
Regionalliga auf. Doch ähnlich wie auch sein DDR-Vorgänger
langte es dort lediglich zu zwei Siegen über die SG Grün Weiß
Wittenberg.
Ende der neunziger Jahre entwickelten sich
die Duelle beider Clubs in der Oberliga zu echten
Publikumsmagneten, denn nicht nur zwischen den Fanlagern beider
Vereine, sondern auch auf dem Parkett knisterte es mitunter
mächtig. Zudem beharkten sich die Vereinsführungen mitunter
heftig. Höhepunkt des damalig gut gepflegten Gegeneinanders war
eine gerichtliche Verfügung des HCH-Vorstands gegen den
damaligen Vorsitzenden des HV Einheit Krause.
Doch gegen
Ende der neunziger Jahre begann sich dann das Verhältnis beider
Vereine langsam zu entspannen. |